Mikroplastik kein Problem für Magdeburger Trinkwasser

Über die Auswirkungen von Mikroplastik-Rückständen in Gewässern wird in der Fachwelt bereits seit einigen Jahren diskutiert. Das Wissen über Vorkommen, Verhalten und Bewertung von Mikroplastik ist noch relativ jung, verbindliche Regelungen zur Kontrolle oder Bewertung von Mikroplastik bestehen noch nicht.

Allgemein spricht man von Mikroplastik, wenn Plastikpartikel als zerkleinerte Rückstände von Kunststoffprodukten kleiner als 5 mm sind. Sehr kleine Mikroplastikpartikel, mit einer Größe von kleiner als 150 µm, sind für ökotoxikologische Effekte bei Gewässer-Organismen relevant. Auf Grund seiner geringen Größe wird Mikroplastik von Organismen am Anfang der Nahrungskette aufgenommen und kann diese Organismen sowie die in der Nahrungskette nachfolgenden Organismen beeinträchtigen.

Im Zuge der Diskussion über Mikroplastik in Oberflächengewässern wird immer wieder auch die Frage nach einer möglichen Belastung von Trinkwasser gestellt.

Generell kann die Aussage getroffen werden, dass Mikroplastik überall dort, wo Grundwasser für die Trinkwasserversorgung herangezogen wird, in der Regel keine Relevanz für die Trinkwasserversorgung hat, da im Rahmen der Grundwasserneubildung eine Filtration über mächtige natürliche Bodenfilter stattfindet. Dies gilt auch für die künstliche Grundwasseranreicherung durch die Infiltration von Oberflächenwasser. Darüber hinaus wird das geförderte Grundwasser im Wasserwerk über technische Filterstufen geleitet. Durch die mehrfachen Filtrationsschritte wird Mikroplastik – sofern es überhaupt in relevanten Mengen in der Ressource vorliegt – weitestgehend abfiltriert, ebenso wie natürlich vorhandene Partikel und Keime.

Aktuell beschäftigt sich das Forschungs-Verbundprojekt „Mikroplastik im Wasserkreislauf – Probenahme, Probenbehandlung, Analytik, Vorkommen, Entfernung und Bewertung“ tiefergehend mit der Thematik. Die Koordination des Projektes erfolgt an der TU Berlin, FG Wasserreinhaltung (Projektleitung Prof. Martin Jekel).

Das Magdeburger Trinkwasser wird in der Colbitz-Letzlinger Heide aus qualitativ hochwertigen Grundwasserressourcen gefördert, die im Winterhalbjahr durch Infiltration von Oberflächenwasser aus der Ohre angereichert werden. Im Wasserwerk Colbitz erfolgt nach Belüftung mit Sauerstoff eine Enteisenung und Entmanganung des geförderten Rohwassers über Sandfilter. Auf Grund der mehrfachen Filtration des Wassers über natürliche Bodenschichten und technische Filter, stellt Mikroplastik für das Magdeburger Trinkwasser kein Problem dar.

Unabhängig davon ist Mikroplastik in Oberflächengewässern aus ökologischen Gründen unerwünscht und sollte durch geeignete Maßgaben, etwa durch Erhöhung der Recyclingraten für Plastikabfälle oder durch Verbesserung der Recyclingfähigkeit von Kunststoffen minimiert werden. Am besten sollten Kunststoffabfälle erst gar nicht entstehen. Dazu können beispielsweise Mehrweglösungen oder auch die verbesserte Reparierbarkeit von Produkten beitragen.