25 Jahre Trinkwasserversorgung Magdeburg GmbH

Am 19.4. 1994 wurde die Trinkwasserversorgung Magdeburg GmbH (TWM) als Gemeinschaftsunternehmen von 14 kommunalen Gesellschaftern gegründet. Ziel war es, die Produktion und Verteilung von Trinkwasser bis zur Übergabe an kommunale Endkunden-Versorger, wie Stadtwerke und Verbände, innerhalb eines gemeinsam getragenen Unternehmens regional übergreifend zu organisieren. Heute erhalten über 750.000 Menschen im mittleren Sachsen-Anhalt das Trinkwasser der TWM.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990 kam es zur Umbildung des bis dahin für die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung zuständigen VEB WAB Magdeburg in die Magdeburger Wasser- und Abwassergesellschaft (MAWAG), die wiederum ab 1993 in Liquidation ging.
Aus der MAWAG heraus wurden unter der Verantwortung der damaligen Geschäftsführer Detlef Prinzler und Manfred Oelze das Konzept eines Trinkwasserbereitstellers für die Region unter Einbeziehung der Kunden als Gesellschafter entwickelt. Das zu gründende Unternehmen sollte die vorhandenen überregionalen Versorgungsstrukturen weiterhin effizient nutzen und einen einheitlichen Trinkwasser – Solidarpreis für alle Gesellschafter anbieten.
Der zur Erfüllung der Versorgungsaufgabe benötigte Anlagenbestand wurde auf der Grundlage erarbeiteter Konzepte aus der MAWAG ausgegliedert und erfolgreich in die TWM überführt. Dabei konnte man sich auf ein seit den 1960-iger Jahren gewachsenes 630 km langes Verteilungsnetz mit den dazugehörigen 33 Wasserwerken, 14 Druckerhöhungsstationen und 20 Trinkwasserbehälter stützen.
Zahlreiche Mitarbeiter der MAWAG mit hoher wasserwirtschaftlicher Kompetenz wurden für das neue Unternehmen gewonnen. Insgesamt gingen mit der Gründung 159 Fachleute zur TWM über.
In dieser Zeit bildeten sich aus der MAWAG i.L. heraus eine Vielzahl neuer Struktureinheiten und Verbände. Bemerkenswert war, dass in dieser schwierigen Zeit die Aufgaben der Ver- und auch Entsorgung ohne Störungen erfüllt wurden. Die Bürger bemerkten von der kompletten Neuordnung der öffentlichen Trinkwasserversorgung kaum etwas.
Die gewaltige Umverteilung des MAWAG Personals in die neuen Struktureinheiten wurden verantwortungsbewusst vorgenommen. Massenentlassungen und Härtefälle wurden im Wesentlichen vermieden bzw. sozialverträglich abgefedert.
Der neue Regionalversorger TWM entwickelte sich, trotz zahlreicher Probleme, von Beginn an positiv. Neben der Anlagenertüchtigung und -ergänzung stand die Errichtung vom Messstellen im Mittelpunkt um die Lieferung zu den TWM Kunden ordnungsgemäß abrechnen zu können. Langfristig abgeschlossene Lieferverträge sorgten für eine hohe Planungssicherheit für TWM und ihre Kunden und Gesellschafter.
Der u.a. durch Wegfall von Industrie und der Einführung einer flächendeckenden Verbrauchsmessung begründete starke Verbrauchsrückgang begleitete die Zeit der Unternehmensgründung. Mit dem Konzept zur „Lastverteilung im Versorgungssystem der TWM“ entgegnete die TWM den Auswirkungen wirksam, wovon natürlich auch die Kunden der TWM profitierten. Nach einer längeren Phase des Absatzrückganges ist seit Ender der 2000er Jahre ein wieder ansteigender Trend zu verzeichnen.
Die der TWM anvertrauten Grundwasserressourcen wurden in den letzten 25 Jahren gesichert und nachhaltig bewirtschaftet. Für die wichtigsten Ressourcen in der Colbitz- Letzlinger Heide und im Westfläming wurden Gutachten zur Bewertung ihrer Nachhaltigkeit in Auftrag gegeben. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse und Bewirtschaftungsgrundsätze sind bis heute gültig.
Das von den Gründungsgeschäftsführern entwickelte Konzept wurde erfolgreich umgesetzt. Darauf aufbauende Versorgungskonzeptionen der TWM tragen den aktuellen Gegebenheiten Rechnung und haben die langfristige Optimierung der Versorgungsstruktur zum Ziel.
So kann die TWM auf eine stabile, qualitätsgerechte und preiswerte Trinkwasserbereitstellung in den Jahren zwischen 1994 bis 2019 zurückblicken.
Die Gesellschafter und Kunden der TWM haben in den Jahren 2017 und 2018 neue Wasserlieferverträge mit einer Laufzeit von mindestens 25 Jahren abgeschlossen.
Dieses in die TWM gesetzte Vertrauen ist eine hervorragende Voraussetzung für die zukünftige Entwicklung der TWM.